Ob schon einmal ein Gerbrunner auf den Cook-Inseln war? Hawaii wohl eher. Aber Cook-Inseln? Sie liegen ein paar Tausend Meilen südlich von Hawaii im Südpazifik, etwa auf halber Strecke zwischen Südamerika und Neuseeland. Sie bestehen aus 15 Inseln mit 1,9 Mio Quadratkilometern Meeresfläche, ihre Landfläche beträgt 236 Quadratkilometer (zum Vergleich: Bayern 70.500 Quadratkilometer). Benannt sind sie nach dem britischen Seefahrer James Cook.
Am 7.März 2025 standen sie, besser ihre 15.000 Bewohner, im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstags. Einige engagierte Frauen aus den christlichen Gemeinden Gerbrunns und von der Sieboldshöhe hatten den Gottesdienst sorgfältig vorbereitet; die beliebte Kirchenband "Soundso" begleitete schwungvoll die Gesänge und Lieder der gut 50 Gottesdienstbesucher, darunter auch einige Männer.
"Wunderbar geschaffen" war das Leitmotiv des Gottesdienstes. Die Cook-Frauen luden dazu ein, zum einen die Schönheit ihrer Inseln kennenzulernen, zum anderen die Schattenseiten ihres Paradieses zu sehen. Auch die Möglichkeiten zum gemeinsamen, betenden Handeln nahmen sie in der Liturgie in den Blick.
"Wunderbar geschaffen" - dieser Titel wollte die positive Sichtweise der Cook-Frauen auf die Welt, die Schöpfung und ihr eigenes Leben zur Sprache bringen. Auf den ersten Blick ist ihre Welt ein Paradies: Ringsum blauer Himmel und blaues Meer, Kokospalmen wiegen sich am Strand und die Natur ist reich an exotischen Blumen und Früchten. Doch dieses Tropenparadies hat auch seine Schattenseiten: Angefangen bei einer bis heute nachwirkenden Missions- und Kolonialgeschichte (Verbot der Maori-Sprache während der Kolonialzeit) bis hin zur aktuellen Bedrohung durch den Klimawandel mit Zyklonen und Überflutungen. Hinzu kommt das Drängen der Industrienationen, die reichen Bodenschätze (z.B. Manganknollen) auf dem Meeresgrund zum Abbau freizugeben.
Die meisten Bewohner gehören dem indigenen Volk der Maori an, etwa 90 % sind Mitglieder einer christlichen Kirche.
Es ist sehr schön und verdient hohe Anerkennung, dass dieser Weltgebetstag einmal im Jahr auch in Gerbrunn gefeiert wird. Der Blick löst sich vom eigenen, vielleicht auch etwas engen Alltag: andere Völker und Menschen werden mit ihrem Selbstbewusstsein und Lebensgefühl, auch ihren Ängsten und Bedrohungen kennengelernt. Immer soll eine neue, solidarische Lebensweise eingeübt und verwirklicht werden. "Betendes Handeln in der Welt" zum Erhalt der ganzen Schöpfung - der Wunsch der Maori-Frauen von den Cook-Inseln kam an diesem Abend in der Apostelkirche an. In der Kollekte wurden 373 Euro gespendet (Förderung von Frauen und Mädchen auf den Cook-Inseln).
Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Gottesdienstbesucher landestypische Speisen und Getränke von den Cook-Inseln genießen, sie taten es mit großer Begeisterung.
R.Kies