Echte Kölner kennen mehr als die sieben Sakramente, die sich im Katechismus finden. Zu den sieben bekannten Sakramenten kommen dort noch „Blasisussegen“, „Die Tante im Kloster“ und schließlich „Krippen anschauen“. Ganz so viel Bedeutung misst der Franken den weihnachtlichen Darstellungen in Holz, Stein oder Gips nicht zu, aber „Krippen anschauen“ ist auch für uns eine wichtige Aufgabe in der Weihnachtszeit, die wir ja bekanntlich bis zum 2. Februar ausdehnen. Seit über 40 Jahren lädt die romantische Stadt Bamberg zum Krippenweg durch mehr als 30 Kirchen ein: moderne oder traditionell, fränkisch oder biblisch inszeniert. Vor dem Hochfest der Heiligen Drei Könige machten auch wir uns in diesem Jahr auf, um eine Etappe auf dem Bamberger Krippenweg zu gehen. Aufgeteilt in zwei Gruppen, je nach körperlicher „Leistungsbereitschaft“, ging über St. Elisabeth zum Domberg und zur Oberen Pfarre bis zur evangelischen Kirche St. Stephan. Die zweite Gruppe wählte den Weg durch die Stadt über St. Martin bis nach St. Elisabeth. Dort führt die weihnachtliche Szenerie mitten ins Leben der Gartenstadt. Zwischen Ständen mit Tomaten, Blumenkohl und traditionellen Gemüse aus dem Bamberger Umland wird das Kind geboren. Wie alle, die zur Krippe kommen, tragen auch die Eltern die Tracht der Menschen des 18. / 19. Jahrhundert. Ganz anders zeigt sich die Steinkrippe in St. Stephan, die den Bogen von der Verkündigung bis zur Suche der Eltern nach dem zwölfjährigen Jesus im Tempel führt. Die Künstlerin Wini Bechtel-Kluge stellte Menschen neben die Personen des Neuen Testaments weitere Gestalten der Kirchengeschichte. In der wachsenden Krippe des Domes finden sich beeindruckende Details aus dem Leben in Bamberg in Verbindung mit dem biblischen Bericht, so die Frau, die dem Bettler ein typisches Weihnachtsgebäck aus Franken reicht. Bis zur Hochzeit von Kana und dem Gleichnis von den törichten und klugen Jungfrauen lässt sich die Krippe in der Oberen Pfarre, die als einzige alte Weihnachtsdarstellung die Verbote der Aufklärung überstand, erweitern. Mit vielen kleinen Szenen und liebevollen Details erzählt sie vom Leben der Stadt und macht Bamberg zum Bethlehem, in dem Jesus geboren wurde.
Nach zwei interessanten Führungen ging es zur Stärkung ins Gasthaus Schlenkerla. Nach der Freizeit und weiteren Besuchen im Dom, St. Martin und in der Alten Hofhaltung ging es zurück ins heimische Würzburg.















